Padel Court Kosten: Worauf Vereine beim Bau achten müssen

Padel Court Kosten: Worauf Vereine beim Bau achten müssen
Padel Court Kosten: Was kostet der Bau eines Padel Courts

Was kostet ein Padel Court? | Bilder: DIE PADEL GMBH

Padel Court Bau: Kosten, Finanzierung und Förderprogramme

Im Interview mit Sportstättenrechner gibt Richard Ströhl, Geschäftsführer der PADEL GMBH, spannende Einblicke rund um den Bau von Padel Courts und welche Herausforderungen es für Vereine zu meistern gilt. Neben den Baukosten für einen Padel Court werden ebenso die Themen Förderung, Finanzierung und die Aktivierung der Padel-Anlage thematisiert.

DIE PADEL GMBH ist Deutschlands führende Full Service Padel-Agentur. So ist sie der Experte im Bereich Padel Court-Bau und Padelanlagen-Betrieb. Zudem verfügt sie über große Erfahrung im Bereich der strategischen Beratung und Umsetzung von Padel-Events.

Sportstättenrechner: Was kostet ein Padel Court? Gibt es unterschiedliche Ausführungen?

Ströhl: Die Kosten rund um den Bau eines Padel Courts sind nicht so einfach zu beziffern. Ein Padel Court setzt sich immer aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die theoretisch beliebig konfigurierbar sind. Daher können die Preise auch stark variieren, wobei die Argumente dann wie in anderen Branchen sind: Ein zu günstiger Padel Court wirft Qualitätsfragen auf und wenn der Court zu teuer ist, kann man das Bauprojekt nicht finanzieren.

Wir gehen mal von einem Standard Padel Court aus, den wir jederzeit hier in Deutschland im Outdoorbereich z.B. in Tennisvereinen aufbauen würden. Nennen wir ihn den Volkscourt.

Da bekommt man für 24.000 € – 32.000 € einen Court mit solider Stahl-Glas-Konstruktion, einem Kunstrasen vom Marktführer der Szene „Mondo“, LED-Flutlicht mit guten Ausleuchtungswerten auf der gesamten Spielfläche und inklusive ist auch die Lieferung und der Aufbau sowie die Miete aller erforderlichen Maschinen und Geräte für die Installation.

Sportstättenrechner: Gibt es auch die „Premium Variante“ des Padel Courts?

Ströhl: Wer den Padel Court etwas „schicker“ haben will, kann dann den Court farblich nach seinen Wünschen anpassen und bspw. Stahl und Kunstrasen in den Vereinsfarben kombinieren. Oder wer der Meinung ist, er kann nur unter World Padel Tour Bedingungen spielen, der lässt sich den original Tour Kunstrasen liefern und die gebogenen stylischen Flutlichtmasten installieren. Am Spielgefühl und der Freude am Padelsport vor allem für uns Newbies ändert das aber ehrlicherweise nicht viel. Kostentechnisch kann man sich so aber schon auch auf 34.000 € – 44.000 € „verbessern“.

In die andere Richtung sind noch minimale Preisreduzierungen möglich. Bei einem Indoor Padel Court können wir getrost Korrosionsschutz für den Stahl weglassen und auf die dünnen Scheiben und ggfs. sogar auf eine bauseits vorhandene Hallenbeleuchtung zurückgreifen.

Padel Court bauen: Fundamentarbeiten (kostentechnisch) nicht unterschätzen

Sportstättenrechner: Wie sieht es mit dem Untergrund aus? Kann man dort auch etwas über die Kosten sagen?

Ströhl: Der Unterbau für den Padel Court wird meistens unterschätzt. Zum einen brauchen wir eine absolut ebene, glatte Spielfläche und zum anderen ist die Kombination aus Fundament und Stahl-Glas-Rahmen der entscheidende Faktor für die Statik des gesamten Aufbaus. Hier gibt es verschiedene Herangehensweisen, die am Ende auch erhebliche Auswirkungen auf den Preis haben können.

Wenn wir einen Preis nennen müssen, dann sagen wir immer: Ausgegangen von einer guten Bodenbeschaffenheit vor Ort, d.h. ebenes Gelände, wenig Aushub, kaum Entsorgung, dann können wir den Unterbau für den Padel Court für 20.000 € anbieten. Allerdings müssen wir uns in jedem Projekt mit den Details vor Ort auseinandersetzen um ein wirklich aussagekräftiges und verlässliches Angebot abgeben zu können. Meistens macht es Sinn mal im eigenen Netzwerk zu forschen, ob es dort nicht einen GaLa-Bauer oder einen Tiefbauer gibt, der Lust und Zeit hat, um sich mal mit dem Projekt auseinanderzusetzen und so vielleicht ein sympathischer Auftragnehmer wird, der eventuell sogar einen „Freundschaftspreis“ für das Padel Court Fundament anbieten kann und damit noch sympathischer wird.

Im schlechtesten Fall finden wir eine abschüssige, halb asphaltierte Fläche mit Ballwand und altem Kinderspielplatz vor, wo vor 30 Jahren kleine Fundamente für die Spielzeuge gebaut wurden. Daneben noch ein wunderschöner Baum. So können gut und gerne mal noch weitere 10.000€ für Abriss und Entsorgung anfallen. Dazu Erdarbeiten für die Begradigung des Geländes und dann kommt erst der Aufbau des Fundaments und der Spielfläche… wie gesagt, das wäre der absolute worst case! Und im Normalfall gehen wir mal von einem brachliegenden Tennisplatz aus, der umgenutzt werden soll oder einfach von grüner Wiese.

Wer sich für sein Padel Court Projekt selber mal umhören möchte: Wir brauchen ein stahlarmiertes Streifenfundament für die Verankerung der Stahlstruktur ringsherum um den 20mx10m großen Court und für die 200m² große Spielfläche benötigen wir einen Sportbodenaufbau, gerne mit Drainasphalt als gebundene Tragschicht und Auflagefläche für den Kunstrasen.

Padel Court bauen: Was ist beim Bau eines Padel Courts als Tennisverein zu beachten.

Indoor Padel Court in der Tennishalle.

Padel Court Bau: Kostenkalkulation, Anforderungen und Stolpersteine

Sportstättenrechner: Könnt ihr Tipps aus eurer Erfahrung geben, was Kostenprobleme verursachen können?

Ströhl: In der Chronologie des Projekts kommen folgende Stolperstellen, die einem gerne mal die Kalkulation zerschießen können: Eine der ersten Fragen im Beratungsgespräch ist meistens: „Dürft ihr da überhaupt einen Padel Court bauen?“. Der Hintergrund ist ganz einfach: In Deutschland können die Anforderungen der Behörden für den Bau eines Padel Courts von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein. Dort wo der eine ohne Baugenehmigung einfach drauflosbauen darf, kann es sein, dass der Nachbar zusätzlich zu Bauantrag, Schallschutzgutachten und geprüfter Statik auch noch ein Bodengutachten einreichen muss. Hier sind schnell einige tausend Euro an Architekten und Gutachter überwiesen, die das Padel Court Projekt unheimlich aufblähen können.

Worüber sich schon einige Padel-Pioniere in Deutschland mächtig geärgert haben, ist das Experimentieren beim Unterbau für den Court. Betriebe aus fachnahen Gewerken sagen im ersten Moment „kein Problem, das kann ich“ und stürzen sich nach bestem Wissen und Gewissen in die Arbeit. Allerdings ist der Sportbodenaufbau eine Wissenschaft für sich und so mussten bereits Asphaltflächen, die wegen Frost brüchig wurden, wieder ausgebaut und erneuert werden. Oder aber Drainage-Versuche mit Kunststoffplatten führten zu 20cm hohem Ballsprung beim „1m-Test“.

Hier können wir nur immer wieder darauf hinweisen:

„Nehmt unsere Hilfe in Anspruch! Wir müssen das nicht selber bauen, aber dann soll der Handwerker wenigstens vorher mal nachfragen, worauf es denn überhaupt ankommt.“

Das kleinste Übel wäre vermutlich am Ende ein Timing-Problem. Die Gewerke, die am Padel Court Projekt beteiligt sind, sollten gut aufeinander abgestimmt sein. Fehler passieren manchmal, weil weder Witterung noch Trockenzeiten oder Lieferschwierigkeiten berücksichtigt werden. Und dann kostet jeder Tag Geld, weil entweder Handwerker bezahlt werden müssen, weil sie auf Abruf darauf warten ihre Arbeiten beginnen zu können oder weil sich die Eröffnung des Padelplatzes verzögert und noch keine Einnahmen erwirtschaften können.

Padel Court Finanzierung: Tipps rund um Finanzierung und Sportstättenförderung

Sportstättenrechner: Wie kann ein Padel Court finanziert werden und in welcher Höhe können Fördermittel beantragt werden?

Ströhl: Das ist inzwischen eine meiner Lieblingsfragen, weil ich dann immer mit der schönsten Stadt Deutschlands prahle und sage wie toll sie doch wirklich ist, weil dort eine Bezuschussung des Padelprojekts i.H.v. sagenhaften 87,5% möglich ist. Das gilt allerdings nur für Vereine, die so Bedingungen wie „mehr als 25% Jugendliche Mitglieder“, „Pachtvertrag für das Grundstück für noch mindestens 25Jahre“ oder „kein Problem bei der Finanzierung der ungedeckten Summe“ erfüllen.

„Bezuschussung des Padelprojekts i.H.v. sagenhaften 87,5% möglich“

Um aber flächendeckend einen Überblick geben zu können, müsste man nun jeden Fördertopf im Lande kennen und das ist so gut wie unmöglich. Daher ist unser Ansatz, die Kosten des Padel Court Projekts auf mehrere Schultern zu verteilen:

  1. Sportstättenförderung und Zuschüsse von Stadt/Land
    Der Gang zum Sportamt, Kreissportbund, oder Landessportbund wird euch relativ schnell bei der Beantwortung der Frage weiterhelfen, wie ihr bei wem an wieviel Förderung kommen könnt. Und wenn ihr dann einen Ansprechpartner und einen Anforderungskatalog habt, dann könnt ihr euch immer bei uns melden, wir stellen mit euch gemeinsam die Unterlagen zusammen und reichen den Antrag auf Bezuschussung mit euch ein.
  2. Eigene Mittel des Vereins
    Je nachdem wie viel nach Zuschuss noch zu bringen ist und wieviel ihr aus Vereinstasche leisten könnt und dürft (ihr solltet die Mitglieder fragen), solltet ihr einen Teil selber bringen. Das zeigt eure Bereitschaft auch finanziell euren Beitrag zu leisten.
  3. Investor für das Padel Court Projekt suchen
    Falls dann noch eine Lücke zur Vollfinanzierung besteht könnt ihr guten Gewissens mal die Netzwerke aktivieren und den einen großen oder eine Gruppe kleinerer Investoren für das Projekt identifizieren.

Auf diese Weise sind 50.000 € für die Finanzierung des Padel Courts gar nicht mehr so viel und der Aufwand dahinter hält sich auch in Grenzen wenn ihr auf die richtigen Hilfen zurückgreift. Uns zum Beispiel.

Wer jetzt darauf gewartet hat, dass hier noch goldene Tipps für private/kommerzielle Anbieter kommen: Sorry, für uns gibt’s nix! Eine Mini Chance gibt es eventuell bei der Wirtschaftsförderung der Stadt. Die Nachfrage nach Möglichkeiten kostet nichts!

Sportstättenrechner: Muss ich eine Grundausstattung an Padel-Equipment anlegen? Wenn ja, wie teuer ist diese?

Ströhl: Ja, Vereine sollten unbedingt eine Grundausstattung an Padel-Equipment zulegen. Oder wie wollen sie das Eröffnungsspiel machen, wenn die Handwerker ihre Arbeiten rund um den Padel Court Bau beendet haben?

Im Ernst: Ein Großteil der SpielerInnen, die in den ersten Monaten/Jahren den Padel Court buchen, haben noch keinen eigenen Schläger und brauchen Leihmaterial. Dafür sollten Vereine eine Auswahl an Schlägern parat haben, im Idealfall aus verschiedenen Kategorien für Damen, Profis, Jugendliche….

Nebenbei ist das Verleihbusiness an sich sogar gar nicht so uninteressant und so würden wir immer empfehlen mindestens ein Starterpack mit dem Court zu kaufen. Enthalten sein sollten in der Grundausstattung mindestens 12 Padel-Schläger, 2 Kisten Bälle, ein Big-Pack Griffbänder, Rahmenprotektoren und eine Padel-Tasche, um die Klamotten zusammenzuhalten.

Je nach Anbieter, Marke und Schlägerkategorien sollten Vereine ihr hier ein Budget für das Padel-Equipment von 500 € – 2000 € bereithalten. Wir bieten das grundsätzlich mit an, und empfehlen hier auch direkt auf unsere Padel-Expertise zurückzugreifen, da beim Material riesige Qualitätsunterschiede vorzufinden sind, die für Einsteiger ins Business nicht zu erkennen sind.

Sportstättenrechner: Vielen Dank für die spannenden Einblicke und das Interview.

Weitere Informationen: DIE PADEL GMBH