Mikroplastik auf dem Kunstrasenplatz: Informationen für Vereine und Kommunen

Einstreugranulat für Kunstrasenplätze. Kosten, Finanzierung und verschiedene Materialien. Kork, SBR, EPDM.

Einstreugranulat für Kunstrasenplätze: Kunststoff Einstreugranulate wegen Mikroplastik in der Diskussion.

Aktuelle Diskussion: Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen

Die Diskussion rund um Mikroplastik in Kunstrasensystemen hat die Sportstättenbranche sowie Sportplatzbauer, Kunstrasen Anbieter, Vereine und Kommunen in den letzten Monaten beschäftigt. Nach der Veröffentlichung der Studie des Fraunhofer Instituts geisterten zahlreiche Meldungen zu möglichen Verboten und deren Konsequenzen für zahlreiche Kunstrasenplätze in Deutschland durch die Medien.

Das Fraunhofer Institut und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) haben die Ergebnisse ihrer Studie zwar relativiert – über ein Verbot von Kunststoff Einstreugranulat für den Kunstrasenplatz durch die Europäische Union wird allerdings trotzdem in den kommenden Jahren entschieden. Zahlreiche Vereine und Sportstättenbetreiber sollten sich bereits jetzt informieren, welche Alternativen es zum aktuellen Gummigranulat gibt und inwiefern ihr Kunstrasenplatz entsprechend eines möglichen Verbots weiter genutzt werden kann.

Eine schnell umsetzbare Alternative, um das Mikroplastik am Eintritt in die Umwelt zu hindern, stellen spezielle Filteranlagen für Kunstrasenplätze das. Die Kosten für die Systeme können anhand der Größe des Kunstrasenplatzes mithilfe des Kostenrechners Filtersysteme Mikroplastik kalkuliert werden.

Primäres Mikroplastik auf dem Kunstrasenplatz

Primäres Mikroplastik sind Kunststoffe, die in mikroskopisch kleiner Form (bspw. als Abrieb der Kunstrasen Einstreugranulate) in die Umwelt gelangen. Der Reifenabrieb von Autoreifen stellt die größte Quelle des Mikroplastiks dar. Abrieb und Verwehungen des Infills von Sportplätzen und Bewegungsräumen sind allerdings laut Studie die fünftgrößte Quelle von Mikroplastik. Dieser Wert bereitet nicht nur der Europäischen Kommission, sondern ebenfalls zahlreichen Vereinen und Kommunen Sorgen, so dass ein Verbot in absehbarer Zeit nicht auszuschließen ist.

 

Verbot von Kunststoff-Einstreugranulat auf dem Kunstrasenplatz

Ein Verbot der EPDM und TPE Einstreugranulate hätte schwerwiegende Folgen für Vereine, Kommunen und für die Anbieter von Kunstrasensystemen und Einstreugranulaten. Da sich Kunstrasenplätze durch ihre hohe Nutzungsdauer und –intensität auszeichnen, sind sie ein großer Faktor um den Spielbetrieb im Breiten- und Amateursport aufrecht zu erhalten. Zahlreiche Fußballvereine wären gezwungen, ihre Kunstrasenplätze zu schließen und den Spielbetrieb anderweitig zu organisieren. Das Abtragen von Kunststoff Granulaten und das Einbringen des neuen Granulats (bspw. eignet sich Kork als Einstreugranulat für den Kunstrasenplatz) stellt eine kostenintensive Maßnahme für den Sportstättenbetreiber dar.

Mikroplastik in Kunstrasenplätzen: Alternativen zum Kunststoff Einstreugranulat

Die Alternativen zum Kunststoff Einstreugranulat lassen sich an einer Hand abzählen. Kork wird bereits heutzutage in zahlreichen Kunstrasenplätzen eingebaut und hat sich als „echte Alternative“ zu EPDM, SBR oder TPE Granulaten entwickelt. Allerdings steht der nachwachsende Rohstoff nicht in unbegrenzten Mengen zur Verfügung – zudem ist die Pflege des mit Kork verfüllten Kunstrasenplatzes aufwändiger im Vergleich zu anderen Kunstrasensystemen.

Auch unverfüllte Kunstrasensysteme stellen eine Alternative dar und die Spieleigenschaften dieses Systems könnten in naher Zukunft durch die Kunstrasenindustrie stetig verbessert werden. Die Fasern dieser Kunstrasensysteme sind so konzipiert, dass sie sich gegenseitig stützen und somit ohne Einstreugranulat verbaut werden können. Ein unverfüllter Kunstrasenplatz ist zudem pflegeleicht und weniger kostenintensiv, da er nicht regelmäßig mit Infill-Material nachverfüllt werden muss. Da für diese Systeme aber spezielle Kunstrasenfasern verwendet werden, stellen sie aktuell noch keinen adäquaten Ersatz für die verfüllten Kunstrasenplätze dar.

Filtersysteme: Mögliche Lösung für Mikroplastik im Kunstrasenplatz

Filtersysteme stellen eine mögliche Lösung dar, um den Austrag von Mikroplastik vom Kunstrasen in die Umwelt einzudämmen. Filteranlagen können das Kunststoff Einstreugranulat, aber auch Staub- und Schmutzpartikel auffangen und herausfiltern. Laut Herstellerangaben können so bis zu 98% des Kunststoff-Granulats abgefangen und der Eintritt in die Umwelt verhindert werden.

Die Kosten für ein solches Filtersystem für Mikroplastik variieren je nach Platzgröße, Qualität des Systems und des Anbieters. Zudem spielen saisonale und regionale Unterschiede bei der Kostenkalkulation eine Rolle. Die Kosten für ein solches System können über den Kostenrechner Filtersysteme Mikroplastik kalkuliert werden.

Kunstrasenplatz bauen: Kosten, Finanzierung und Förderprogramme rund um das Thema Kunstrasenplatz.

Fazit zur Diskussion rund um Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen

Im Rahmen der Diskussion rund um Mikroplastik in Kunstrasen darf nicht vergessen werden, dass die verfüllten Kunstrasenplätze bis dato das für Sportler beste System darstellen. Nicht ohne Grund wurden Kunststoff Einstreugranulate entwickelt, die sich am Bedarf der Sportler orientieren und somit den Spieleigenschaften eines Naturrasenplatzes sehr nahe kommen. Nichtsdestotrotz muss das Einbringen von Mikroplastik in die Umwelt gestoppt und neue Kunstrasensysteme und Materialien von der Industrie entwickelt werden.

Das Verbot von Kunststoff Einstreugranulat als Infill von Kunstrasenplätzen ist (noch) nicht beschlossen und wird nicht „von heute auf morgen“ geschehen. Die öffentliche Konsultation durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) läuft noch bis in den September 2020. Im Anschluss wird die Agentur ihre Ergebnisse und Empfehlungen zur Reduzierung der Emission von Mikroplastik in Kunstrasensystemen vorstellen.

Bei einem Verbot wird es voraussichtlich eine ausreichend lange Übergangsphase geben, so dass sich Vereine, Sportämter und Kommunen auf die neue Situation rund um ihre Sportstätte einstellen können. Ebenso ist die Industrie bereits jetzt gefragt, neue Systeme und Lösungen zu entwickeln, um den Spielbetrieb auf deutschen Kunstrasenplätzen aufrecht zu erhalten. Eine finanzielle Unterstützung, bzw. Entlastung der Vereine und Kommunen sollte ebenfalls frühzeitig diskutiert und Lösungen durch die Politik in Zusammenarbeit mit den Institutionen und Sportverbänden erarbeitet werden.

WAS KOSTET EIN FILTERSYSTEM FÜR KUNSTRASENPLÄTZE?