Interview mit Frank Knott (Dr. Schutz): Sportbodensanierung in Sporthallen
Rund 33.000 bis 34.000 Sporthallen gibt es in Deutschland, und nach Schätzungen ist ein großer Teil davon in einem schlechten Zustand. Für Kommunen, Schulen und Vereine stellt sich dann die Frage: Genügt eine Sportbodensanierung, oder muss der Bodenbelag komplett ausgetauscht werden?
Im Interview mit Sportstättenrechner beantwortet Frank Knott von Dr. Schutz die wichtigsten Fragen rund um den Sporthallenboden im Bestand. Er erklärt, unter welchen Voraussetzungen sich eine Sanierung lohnt, wie sie abläuft und wie sie sich bei Kosten und Zeitaufwand im Vergleich zur Neuverlegung schlägt. Außerdem geht es um Nachhaltigkeit, die Wahl des richtigen Dienstleisters, die richtige Sportbodenpflege und die Gestaltungsmöglichkeiten für Sportbodensysteme in Sporthallen.
Sportstättenrechner: Wie ist die Situation bei den Sporthallen in Deutschland?
Knott: In Deutschland gehen wir von rund 33.000 bis 34.000 Sporthallen aus. Von diesen Sporthallen befinden sich nach Prognosen etwa 30 bis 40 Prozent in einem schlechten Zustand. Das reicht von Oberflächenverschmutzungen über leichte Löcher im Sporthallenboden bis hin zu fehlenden Spielfeldmarkierungen. Hier stellt sich dann die Frage: Kann man den Sportboden sanieren, oder muss man den Bodenbelag austauschen?
Sportstättenrechner: Welche Voraussetzungen muss der Sportboden haben, um ihn sanieren zu können?
Knott: Für eine Sportbodensanierung, also nicht den Austausch des Bodenbelags, gibt es gewisse Kriterien. Erstens muss die Unterbodenkonstruktion, die sehr unterschiedlich sein kann, in Ordnung sein, sodass keine Unterbodenarbeiten nötig sind. Zweitens muss der Bodenbelag eine feste Bindung zum Unterboden haben. Ist die Bindung nicht gut, wird es schwierig. Drittens muss der Sporthallenboden oberflächlich noch intakt sein. Wenn er Wasser wie ein Schwamm aufnimmt, ist es fraglich, ob eine Sanierung sinnvoll ist oder ob in letzter Konsequenz der Austausch die bessere Alternative darstellt.
Sportstättenrechner: Wie funktioniert die Sanierung eines Sportbodens im Bestand?
Knott: Streng genommen gibt es hier eine klare Regel. Der Sportboden wird zunächst geschliffen oder nass gereinigt, je nach Bodenbeschaffenheit. Sollen Spielfeldbereiche farbig gestaltet werden, wird zuerst ein Farblack auf die zuvor eingezeichneten Flächen aufgetragen. Danach folgt der erste Transparentlackaufbau, dann werden die Spielfeldmarkierungen neu aufgebracht, und anschließend kommt die Topversiegelung, also der zweite Transparentlackauftrag, der die Oberfläche optimal schützt.
Durch den Transparentlack ist die Unterhaltsreinigung sehr einfach. Der Sporthallenboden erfüllt wieder die Anforderungen an einen Sportboden in Bezug auf Glanzgrad und Gleitreibungsbeiwert, also Rutschfestigkeit, mit einer guten Balance zwischen Rutschfestigkeit und einer gewissen Gleitfähigkeit. Nach kürzester Zeit ist der Boden wieder voll funktionsfähig und optisch wie neu.
Sportstättenrechner: Können Sie den Zeitaufwand und die Kosten der Sportbodensanierung näher erläutern?
Knott: Die Kosten der Sportbodensanierung sollte man immer im Verhältnis zu einer Neuverlegung sehen. Eine Neuverlegung mit Unterbodenkonstruktion liegt bei etwa 120 bis 150 Euro pro Quadratmeter. Eine Sanierung mit farbigem Vollaufbau der Spielfeldbereiche, neuen Linierungen und transparentem Schutzlack liegt bei etwa 60 bis 65 Euro pro Quadratmeter (Richtpreise).
Beim Zeitaufwand dauert eine Neuverlegung in einer Sporthalle 14 Tage bis drei Wochen, je nachdem, wie komplex die Unterbodenarbeiten und der Rückbau des alten Belags sind. Eine Sportbodensanierung lässt sich dagegen mit entsprechender Manpower auch in einer großen Halle innerhalb von fünf Werktagen durchführen. Die Halle ist dann schnell wieder für Schul- und Vereinssport nutzbar. Das ist gerade im kommunalen Bereich wichtig, wo etwa 90 Prozent aller Sporthallen an Schulen angegliedert sind. Man kann die Ferien nutzen, in denen allerdings weiterhin Vereinssport stattfindet. Der Vereinssport macht ja rund 50 Prozent der Hallennutzung aus. Der Zeitfaktor ist bei einer Sanierung deutlich günstiger als bei einer Neuverlegung.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nachhaltigkeit. Nachhaltig ist alles, was länger lebt, denn eine längere Lebensdauer schont Ressourcen und CO₂. Die Sanierung des Bestandsbodens ermöglicht genau das. Hinzu kommt das Thema Mikroplastik: Es entsteht durch Dispersionen, die auf den Sportboden aufgetragen und bei jeder Grundreinigung wieder entfernt werden. Sie landen in der Schmutzflotte, gelangen in die Kanalisation und, da die Kläranlagen nicht alles herausfiltern können, wieder in den Kreislauf. Dieses Thema wird in den nächsten Jahren noch deutlich wichtiger. Kommunen und Gemeinden sind schon heute angehalten, nachhaltige Systeme zu fördern, also im Idealfall den Sportboden im Bestand zu sanieren.
Sportstättenrechner: Wie finde ich den richtigen Dienstleister für die Sportbodensanierung?
Knott: Der richtige Dienstleister ist geschult und zertifiziert. Wir bei Dr. Schutz zertifizieren selbst. Auch ein Sportbodenbauer erfüllt in der Regel die Voraussetzungen, und im Idealfall fragt man bei uns noch einmal nach. Wir haben ein umfangreiches Netz an geschulten, zertifizierten Dienstleistern, die so arbeiten, dass der gewerbliche Endkunde am Ende mit den Leistungen zufrieden ist und einen Sporthallenboden hat, der mehr als nur ein zweites Leben bekommt.
Sportstättenrechner: Was ist wichtig bei der Sportbodenpflege, damit das System möglichst lange hält?
Knott: Das Wichtigste ist Prävention. Dafür braucht es in den Eingangsbereichen Sauberlaufzonen, die Schmutz und Sandpartikel binden. Zweitens sollte man die richtigen Reinigungsmittel einsetzen, die den Sportboden schützen und nicht schichtbildend sind, denn sonst werden die Grundreinigungszyklen deutlich kürzer. Drittens sollte man sich von temporären Beschichtungen, also Standarddispersionen, verabschieden, weil sie nur eine kurze Lebensdauer haben, immer wieder erneuert werden müssen und den Boden beanspruchen. Ein Permanentsiegel, also ein 2K-Lack, bietet dagegen Schutz und Sicherheit und sorgt dafür, dass der Sporthallenboden sehr lange optisch in gutem Zustand bleibt.
Zum Schluss noch das Thema Handballharz: Handballspieler setzen Harz ein, um besseren Grip am Ball zu haben. Dieses Harz sollte im Idealfall sofort entfernt werden. Wenn das nicht möglich ist, muss es nach dem Spiel zwingend maschinell oder von Hand entfernt werden, weil es sonst in den Boden migriert und zu irreparablen Verfärbungen führt.
Sportstättenrechner: Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es für die Sportbodensysteme in Sporthallen?
Knott: Unzählig viele, denn der Kreativität sind in aller Regel keine Grenzen gesetzt. Ich habe hier einen Farbfächer mitgebracht, der die Standardfarben zeigt. Mit ihnen können wir bestimmte Flächenbereiche gesondert farbig gestalten, um auf bestimmte Sportarten hinzuweisen. Gleiches gilt für die Linierung des Sportbodens: Sie sollte in unterschiedlichen Farben ausgeführt werden, sonst wirkt sie nicht. Außerdem sind Schablonentechnik und Folientechnik möglich, ebenso das Logo des Sportvereins, der Stadt oder der Gemeinde als Eyecatcher. Wichtig ist, dass der Fachmann in der Beratung auf diese Möglichkeiten eingeht, um einen echten Unikat-Sporthallenboden zu schaffen. Dann hat man einen tollen, optisch neuen Boden.
Sportstättenrechner: Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview.
Weitere Informationen: www.dr-schutz.com
FAQ: Sportbodensanierung in Sporthallen
Wie viele Sporthallen in Deutschland sind sanierungsbedürftig?
Man geht von rund 33.000 bis 34.000 Sporthallen aus, von denen etwa 30 bis 40 Prozent in einem schlechten Zustand sind. Typische Mängel sind Oberflächenverschmutzungen, leichte Löcher im Sporthallenboden und fehlende Spielfeldmarkierungen.
Wann lohnt sich eine Sportbodensanierung statt eines Austauschs?
Wenn die Unterbodenkonstruktion in Ordnung ist, der Bodenbelag fest mit dem Unterboden verbunden ist und die Oberfläche noch intakt ist. Nimmt der Boden Wasser wie ein Schwamm auf, ist der Austausch oft die bessere Alternative.
Wie läuft eine Sportbodensanierung im Bestand ab?
Der Sportboden wird geschliffen oder nass gereinigt. Danach folgen bei Bedarf der Farblack, der erste Transparentlackaufbau, die neuen Spielfeldmarkierungen und zum Schluss die Topversiegelung.
Was kostet die Sportbodensanierung im Vergleich zur Neuverlegung?
Als Richtpreise nennt Frank Knott etwa 60 bis 65 Euro pro Quadratmeter für eine farbige Sanierung mit Linierung und Schutzlack. Eine Neuverlegung mit Unterbodenkonstruktion liegt bei etwa 120 bis 150 Euro pro Quadratmeter.
Wie lange dauert die Sanierung eines Sporthallenbodens?
Eine Sanierung ist mit entsprechender Manpower auch in großen Hallen innerhalb von fünf Werktagen möglich. Eine Neuverlegung dauert 14 Tage bis drei Wochen.
Ist die Sportbodensanierung nachhaltiger als eine Neuverlegung?
Ja, denn eine längere Lebensdauer des Bestandsbodens schont Ressourcen und reduziert CO₂. Zudem entsteht weniger Mikroplastik, das bei Dispersionen durch die Grundreinigung in die Kanalisation gelangt.
Wie finde ich den richtigen Dienstleister für die Sportbodensanierung?
Wichtig sind geschulte und zertifizierte Betriebe. Hersteller wie Dr. Schutz zertifizieren Dienstleister und haben ein Netz an geprüften Partnern.
Wie pflege ich den Sportboden, damit er lange hält?
Mit Sauberlaufzonen in den Eingangsbereichen, nicht schichtbildenden Reinigungsmitteln und einem Permanentsiegel (2K-Lack) statt temporärer Dispersionen. Handballharz sollte nach dem Spiel sofort entfernt werden, sonst drohen irreparable Verfärbungen.
Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es für Sportbodensysteme?
Möglich sind farbige Spielfeldbereiche, unterschiedlich farbige Linierungen, Schablonen- und Folientechnik sowie Logos von Verein, Stadt oder Gemeinde.

