Synthetisches Eis im Fraunhofer-Vergleich: Reibung, Eindringtiefe und Abrieb als neue Messlatte für Arenen

Synthetisches Eis im Fraunhofer-Vergleich: Reibung, Eindringtiefe und Abrieb als neue Messlatte für Arenen

Synthetisches Eis im Fraunhofer-Vergleich: Reibung, Eindringtiefe und Abrieb als neue Messlatte für Arenen

Bild: D.SPORTS/Kenny Beele

Ein Gastbeitrag von Glice

Das Wichtigste in Kürze

• Das Fraunhofer IWM hat fünf führende Synthetikeisflächen unter identischen Laborbedingungen verglichen.
• Die Glice-Oberfläche lag in allen drei Messgrößen vorn: 52 % weniger Reibung, 45 % weniger Eindringtiefe der Kufe und 6 % weniger Abrieb als die jeweils nächstbeste Fläche.
• Bei niedrigen Gleitgeschwindigkeiten entspricht der Reibwert dem von frisch präpariertem Echteis.
• Für Arenen eröffnet das neue Nutzungen neben der Eisfläche: Off-Ice-Training, Sommerbetrieb und Fanzonen.

Woran erkennt man gutes synthetisches Eis?

Synthetisches Eis ist nicht gleich synthetisches Eis. Wie gut eine Fläche funktioniert, hängt von drei messbaren Eigenschaften ab: wie leicht die Kufe gleitet (Reibung), wie tief sie in das Material einsinkt (Eindringtiefe) und wie viel Material sich bei Nutzung löst (Abrieb). Diese drei Werte entscheiden darüber, ob Spieler und Läufer die Fläche als eisähnlich empfinden und wie lange sie im Betrieb überzeugt.

Der Fraunhofer-Vergleich: fünf Flächen, drei Messgrößen

Quelle: Fraunhofer IWM

Das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg hat fünf führende Synthetikeisflächen unter identischen Bedingungen getestet: bei niedriger Gleitgeschwindigkeit und mit sauberen Proben.

Messgröße Ergebnis Glice Messverfahren
Reibung 52 % weniger als die nächstbeste Fläche Tribometer mit Eishockey-Kufe
Eindringtiefe der Kufe 45 % weniger als die nächstbeste Fläche Optisches Weißlicht-Profilometer
Abrieb 6 % weniger als die nächstbeste Fläche Normtest nach DIN ISO 4649
Reibwert absolut ca. 0,035, bei niedrigen Geschwindigkeiten auf dem Niveau von frisch präpariertem Echteis Eisgleitsimulator

Quellen: Fraunhofer IWM, Zwischenbericht V1184-2025 (September 2025), Angaben laut Glice; Fraunhofer IWM, Pressemitteilung vom 18.09.2025.

Zur Einordnung des Reibwerts nennt das Institut eine einfache Skala: Bei 1 ist Gleiten unmöglich, bei 0,5 fühlt es sich an wie Sand, unter 0,1 wird Gleiten möglich, und ab 0,05 „beginnt der Spaß“. Die Glice-Oberfläche liegt mit 0,035 klar darunter.

Indentation: Warum die Eindringtiefe der Kufe so wichtig ist

Bild: Glice

Wenn eine Kufe in die Oberfläche einsinkt, muss sie Material vor sich herschieben. Fachleute sprechen von Pflugwiderstand. Läufer spüren das sofort: Jeder Schritt kostet mehr Kraft, die Fläche fühlt sich „stumpf“ an, die Geschwindigkeit sinkt. Je geringer die Eindringtiefe, desto näher kommt das Laufgefühl dem von Eis.

Im Fraunhofer-Vergleich sank die Kufe auf der Glice-Oberfläche 45 % weniger tief ein als auf der nächstbesten Fläche. Gemessen wurde mit einem optischen Weißlicht-Profilometer.

Worauf Sie bei Angeboten achten sollten:

• Gibt es Messwerte zur Eindringtiefe, und mit welchem Verfahren wurden sie ermittelt?
• Unter welcher Last wurde gemessen? Beim Fraunhofer-Test lag die Normalkraft bei 300 N, die Kufe bewegte sich mit 10 Hz und 12 mm Amplitude über 200 Zyklen.
• Wurden Reibung und Eindringtiefe am selben Material und unter identischen Bedingungen gemessen?

Wer diese Fragen stellt, kann Angebote objektiv vergleichen statt nach Werbeversprechen.

Abrieb: Was weniger Materialverlust im Betrieb bringt

Beim Abriebtest nach DIN ISO 4649 werden Proben unter kontrollierten Bedingungen gegen Schleifpapier gerieben, anschließend wird der Materialverlust gemessen. Die Glice-Oberfläche verlor 6 % weniger Material als die nächstbeste Fläche.

Im Alltag zeigt sich das an weniger Spänen auf der Fläche, einem saubereren Laufbild und einer langen Nutzungsdauer. Laut Fraunhofer-Pressemitteilung halten die Paneele 10 Jahre pro Seite, danach lässt sich die Rückseite weitere 10 Jahre nutzen.

Kufenabnutzung: geringere Belastung für das Material der Spieler

Geringe Reibung und geringe Eindringtiefe wirken sich auch auf die Schlittschuhe aus. Laut Glice verringert eine niedrigere Reibung den Verschleiß der Kufen im Vergleich zu anderen Synthetikeisflächen. Für Vereine und Arenen mit Leihschlittschuhen heißt das: seltener schleifen, länger nutzbare Kufen. Das Fraunhofer IWM hat im Projekt zudem passende Schlifftechniken für die Kufen untersucht.

Was heißt das für Arenen?

Die Eisfläche einer Arena bleibt das Herzstück für Spielbetrieb und Wettkampf. Synthetisches Eis erweitert, was eine Arena darüber hinaus anbieten kann:

• Off-Ice-Training: Stockhandling, Schusstraining und Technik auf einer eigenen Fläche, ohne Eiszeit zu blockieren.
• Sommerbetrieb: Camps, Trainingswochen und Nachwuchsangebote, wenn das Eis abgetaut ist.
• Fanzonen und Umlauf: Mitmachflächen an Spieltagen, die Besucher aktiv einbinden.
• Nachwuchs und Schnupperangebote: Ein niedrigschwelliger Einstieg für Kinder und Familien.

Die Fläche braucht dafür weder Kühlung noch Wasser und lässt sich modular auf einem ebenen, festen Untergrund aufbauen.

NHL: Synthetisches Eis im Fan-Erlebnis

Bild: Glice

Wie das in der Praxis aussieht, hat die National Hockey League gezeigt. Die NHL hat Glice eingeladen, sich an ihrem Fan-Erlebnis bei SportsInnovation 2026 in Düsseldorf zu beteiligen, mit einer 150 m² großen Fläche zum Ausprobieren. Omar Mitchell, Vice President of Innovation & Growth Strategy der NHL, nannte als Ziel, Hürden für den Einstieg zu senken und flexible, standortunabhängige Installationen zu schaffen. Genau dieses Prinzip lässt sich auf Fanzonen in Arenen übertragen. Mehr zur Planung einer solchen Fläche: Was eine NHL-Fan-Aktivierung über die Planung einer mobilen Eisbahn verrät.

ISU-Kongress 2026: Synthetisches Eis vor dem Weltverband

Die Internationale Eislaufunion (ISU) hat Glice nach eigenen Tests in Lausanne eingeladen, beim 60. Ordentlichen ISU-Kongress auf Teneriffa (10. bis 12. Juni 2026) zu sprechen. Glice-CEO Viktor Meier sprach dort laut Glice vor rund 280 Delegierten, vor Ort stand eine Demonstrationsfläche. ISU-Präsident Jae Youl Kim sieht in Innovationen wie Glice eine wertvolle ergänzende Rolle, um Zugang zum Eislauf zu schaffen und neue Aktive zu gewinnen (sinngemäß übersetzt).

Häufige Fragen

Wie gut gleitet synthetisches Eis im Vergleich zu Echteis?
Das Fraunhofer IWM hat für die Glice-Oberfläche einen Reibwert von etwa 0,035 gemessen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten entspricht das frisch präpariertem Echteis.

Wie unterscheiden sich Synthetikeisflächen voneinander?
Im Fraunhofer-Vergleich von fünf führenden Flächen lag Glice bei Reibung (−52 %), Eindringtiefe (−45 %) und Abrieb (−6 %) jeweils vor der nächstbesten Fläche.

Was bedeutet Eindringtiefe bei synthetischem Eis?
Sie beschreibt, wie tief die Kufe in die Oberfläche einsinkt. Je geringer sie ist, desto weniger Kraft kostet jeder Schritt und desto eisähnlicher ist das Laufgefühl.

Wie lässt sich synthetisches Eis in einer Arena nutzen?
Als zusätzliche Fläche für Off-Ice-Training, Sommerbetrieb, Fanzonen und Nachwuchsangebote, ohne Kühlung und Wasser.

Fazit

Mit dem Fraunhofer-Vergleich gibt es erstmals messbare Kriterien, um Synthetikeisflächen zu unterscheiden: Reibung, Eindringtiefe und Abrieb. Die Glice-Oberfläche liegt in allen drei Werten vor der nächstbesten getesteten Fläche. Arenen können damit ihr Angebot um Training, Sommerbetrieb und Fan-Erlebnisse erweitern. Wer Angebote vergleicht, sollte nach genau diesen drei Messwerten fragen.

Weitere Informationen: www.glice.com