Was kostet ein Kunstrasenplatz?

Kunstrasen Sportplatz Kosten: Was kostet der Neubau oder die Sanierung eines Kunstrasenplatzes

Die erste Frage vieler Vereine: Was kostet ein Kunstrasenplatz?

Gewusst wie: Was kostet ein Kunstrasenplatz? Wie können Vereine einen Kunstrasenplatz finanzieren und welche Fördermittel stehen bereit?

Viele Vereine beschäftigen sich damit, den bestehenden Asche- oder Tennenplatz in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Eine höhere Nutzungsdauer und die Bespielbarkeit des Fußballplatzes bei widrigen Wetterbedingungen sind nur zwei positive Aspekte des Kunstrasens.  Ein neuer Sportplatz mit der entsprechenden Aussstattung kann zudem die Attraktivität des Vereins steigern und insbesondere im Kinder- und Jugendbereich für steigende Mitgliederzahlen sorgen.

Was kostet ein Kunstrasenplatz?

Die Kosten rund um den Neubau oder die Sanierung eines Kunstrasenplatzes belaufen sich auf 85.000 bis 125.000 Euro und gliedern sich in folgende Bereiche:

  1. Baustelleneinrichtung: 2.500 Euro
  2. Grabenaushub, Drainage, Pflasterung: 20.000 Euro
  3. Tragschichten Spielfeld: 16.000 Euro
  4. Kunstrasen inkl. Linierung: 18.000 Euro
  5. Kunstrasen Granulat: 6.500 Euro

Die Preisübersicht gilt für ein Kleinspielfeld mit den Maßen 44m x 22m. Hinzu kommen Baunebenkosten und sämtliche Gewerke rund um die Sportplatzausstattung wie Barrieresysteme, Ballfangzäune und Sportgeräte. Die aufgelisteten Kosten können je nach Region, den örtlichen Begebenheiten und der bestehenden Sportstätteninfrastruktur erheblich variieren. Preise für Kunstrasen sind ebenfalls von Produktqualität, Hersteller und Machart abhängig. Auch hier gibt es erhebliche Unterschiede. Die Anbieter von Kunstrasen führen verschiedene Produkte, die auf die entsprechenden Sportarten und auf die Anforderungen der Vereine abgestimmt sind.

Kosten im Sportplatzbau: Neubau eines Kunstrasenplatzes (105m x 68m)

Die typischen Kostenpositionen rund um den Neubau eines Großspielfelds finden Sie in der folgenden Übersicht. Die Übersicht listet die Kostenpositionen des Kostenrechners Kunstrasen auf. Auf Grundlage der entsprechenden m² Eingabe und der Auswahl des Einstreugranulats, können die Kosten rund um den Kunstrasenplatz kalkuliert werden:

  • 1: Bodengutachten (optional)
  • 2: Baustelleneinrichtung (inkl. Bauzäune, Verkehrssicherung, Beschilderung)
  • 3: Grabenaushub
  • 4: Feinplanum & Plattendruckversuch
  • 5: Einfassung, Muldenrinne und Binderschicht
  • 6: Drainage und Entwässerung
  • 7: Planum und Tragschicht der Wegflächen
  • 8: Pflasterung der Wegflächen, Wegebegrenzungen, Binderschicht
  • 9: Tragschicht und Pflasterung des hindernisfreien Raums
  • 10: Tragschicht Kunstrasenspielfeld
  • 11: Elastische Tragschicht des Kunstrasenplatzes
  • 12: Kunststoffrasen inkl. Linierung
  • 13: Verfüllung mit Kunstrasen Granulat
  • 14: Kontrollprüfungen, Kornverteilung, Wasserdurchlässigkeit
  • 15: Sportplatz Barrieresystem mit Stahlgittermatten (Höhe: 1,10 m / Pfostenabstand: 2,50 m)
  • 16: Sportplatz Barrieretore (2 Stk.)
  • 17: Ballfangzaun für Sportplätze (Drahtgittermatten einschl. Betonfundamenten), Höhe: 6 m, Pfostenabstand 2,50 m
  • 18: Fußballtore (7,32m x 2,44m), in Bodenhülsen verankert (2 Stk.)
  • 19: Eckfahnen (6 Stk.)

Hinzu kommen Kostenpositionen für die Baunebenkosten, Kosten für Bodengutachten, planerische Tätigkeiten und Prüfverfahren. Die Kosten für den Neubau eines Kunstrasenplatzes umfassen somit viel mehr Positionen, als den reinen Kunststoffrasen.

Kunstrasen: Kosten pro qm berechnen

Viele Vereine neigen bei der Kostenschätzung ihres Kunstrasenprojekts dazu, die Kosten des Kunstrasenplatzes pro qm berechnen zu wollen. Natürlich können Kunstrasenflächen pro qm berechnet werden – allerdings sollten bei dieser Rechnung immer auch die Gesamtkosten rund um den Sportplatzbau einkalkuliert werden. Der Kunstrasen inklusive Linierung macht nur einen Bruchteil der Kosten aus, da immer auch die Elastiktragschicht und viele weitere Gewerke rund um den Bau des Sportplatzes  einkalkuliert werden müssen. Ebenfalls gehören die planerischen Leistungen sowie die Kosten für Gutachten und Bauanträge in die Gesamtkalkulation des Projekts.

Unser Tipp für Vereine: Berechnen Sie die Kosten eines Kunstrasens pro qm nie gesondert, sondern behalten Sie die Gesamtkosten rund um den Neubau oder die Sanierung des Sportplatzes im Blick. Sportplatzbauer, Kunstrasenhersteller, Planer und Landschaftsarchitekten können von Beginn an wertvolle Tipps rund um die Kosten im Sportplatzbau geben.

Wie können Vereine einen Kunstrasenplatz finanzieren?

Die Kunstrasenplatz Finanzierung ist sehr individuell und hängt von zahlreichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen des Vereins und der Kommune ab. Neben Fördermitteln für den Sportstättenbau und die Aufnahme von Darlehen und Krediten, können über Aktionen der Vereinsmitglieder, über Crowdfunding-Projekte oder mittels Spendensammlungen weitere Gelder akquiriert und der Kunstrasenplatz finanziert werden.

In der folgenden Übersicht finden Sie eine Auswahl an Möglichkeiten, wie Vereine einen Kunstrasenplatz finanzieren können:

  • Online-Parzellen-Patenschaften über das Internet
  • Spendenläufe zu Gunsten des neuen Sportplatzes
  • Nutzung von Spendenaufrufen auf Stadtfesten und Sportfesten
  • Promi-Kick: Fußballspiele gegen Prominenten-Teams oder hochklassige Mannschaften der Region
  • Fußballturniere mit Nachbarvereinen
  • Gewinnung von Sponsoren und Vergabe von Namensrechten, Sitzplätzen oder Bandenwerbung
  • Bewerbung des Kunstrasenprojekts über Website und social media
  • Einbindung Prominenter und lokaler Unternehmen sowie Kommunikation über deren Kanäle (online/offline)
  • Nutzung einer Crowdfunding-Plattform zur Kunstrasenplatz Finanzierung

Neubau eines Kunstrasenplatzes: Eigenleistungen des Vereins

Im Rahmen des Sportplatzbaus können einzelne Arbeiten unter Anleitungen des ausführenden Sportplatzbauers oder Fachplaners als Eigenleistungen von den Vereinsmitgliedern übernommen werden. Schnell kann hierdurch eine Summe zwischen 20.000 Euro und 40.000 Euro gespart und die Finanzierung des Kunstrasenplatzes aktiv unterstützt werden. Die Maßnahmen gehen von der Demontage der Sportgeräte, Barrieresysteme und Ballfangzäunen bis hin zur Pflasterung der Wegflächen rund um den Kunstrasenplatz.

Neben der Einsparung von Geldern, berichten Vereine auch immer wieder von einem schönen Nebeneffekt der Eigenleistungen: Die Vereinsmitglieder unterstützen aktiv den Neubau und identifizieren sich umso mehr mit dem Projekt. Die gemeinsame Arbeit hat ähnliche Auswirkungen auf den Zusammenhalt im Verein, wie die gemeinsame Ausübung des Sports. Die Vereinsmitglieder lernen sich untereinander besser kennen, sind Teil des Projekts und stärken aktiv das Miteinander im Verein.

Übersicht: Welcher Kunstrasen eignet sich für welche Sportart - Fußball, Hockey, American Football, Multifunktional

Übersicht: Welcher Kunstrasen eignet sich für welche Sportart

Förderprogramme im Sportstättenbau

Im Rahmen des Neubaus eines Kunstrasenplatzes sollten Vereinsverantwortliche frühzeitig Informationen rund um die Förderprogramme im Sportstättenbau einholen und sich fristgerecht um die Beantragung von Fördergeldern kümmern. Die Landessportbünde sowie die Kreis- und Stadtsportbünde bieten Beratung rund um die Sportstättenförderung an und können Tipps zur Beantragung der entsprechenden Mittel geben.

Bevor Fördermittel beantragt werden, lohnt sich immer ein Blick auf das Nutzungskonzept der Sportanlage. Welche Vereine und Institutionen nutzen den neuen Kunstrasenplatz? Wird die Anlage bspw. von Schulen aus der Umgebung genutzt oder können Unternehmen mit ins Boot geholt werden, die den Sportplatz für den Betriebssport nutzen? Gerade im Rahmen des Sportanlagenbaus für den Schulsport können sich Möglichkeiten ergeben um an Mittel aus weiteren Fördertöpfen zu gelangen. Natürlich muss im Vorfeld geklärt werden, ob und wenn in welcher Höhe das Kunstrasenprojekt förderfähig ist, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und welche Fristen eingehalten werden sollen.

Die wichtigsten Förderprogramme im Sportstättenbau haben wir in der folgenden Übersicht aufgelistet:

  • Förderprogramme der Landessportbünde
  • Förderprogramme der EU
  • Kommunale Sportstättenförderung
  • Kommunalrichtlinie – Förderung von Klimaschutzprojekten
  • Förderung rund um Schulsportanlagen

Kunstrasenpflege: Kosten und Maßnahmen

Die Kosten rund um die Pflege und den Unterhalt von Kunststoffrasenflächen gliedern sich in die Kosten für die regelmäßigen und die fortgeschrittenen Maßnahmen. Vereine sollten sich bereits frühzeitig über die Pflege und Unterhaltskosten eines Kunstrasenplatzes informieren. Im Vergleich zum Naturrasen ist ein Kunstrasen weniger pflegeintensiv und dementsprechend günstiger im Unterhalt. Dennoch muss der Verein den Kunstrasen pflegen und in Eigenregie oder von einer Fremdfirma regelmäßig kontrollieren lassen. Der Kunstrasenreinigung kommt eine besondere Bedeutung zu und diese Pflegemaßnahme sollte wöchentlich geschehen. Die Reinigung des Kunstrasenspielfelds von Laub, Blättern und Unrat ist wichtig, damit die Verunreinigungen die Spieleigenschaften des Kunstrasenplatzes nicht dauerhaft beeinträchtigen. Der Platzwart benötigt eine entsprechende Schulung oder Einweisung des Kunstrasenherstellers, damit das Grün optimal gepflegt wird und über 12 bis 15 Jahre für den Spielbetrieb genutzt werden kann.

Die folgenden Maßnahmen im Rahmen der Kunstrasenpflege müssen regelmäßig durchgeführt werden:

  • Kunstrasen Reinigung
  • Abschleppen des Kunstrasenspielfelds
  • Aufbürsten des Kunstrasenplatzes
  • Intensivreinigung mit Tiefenwirkung
  • Reparaturen stark beanspruchter Spielfeldzonen
  • Bewässerung des Spielfelds

Die Kosten rund um die Kunstrasenpflege belaufen sich bei einem Kleinspielfeld (44 mx 22 m) auf ca. 1.600 Euro bis 2.400 Euro pro Jahr. Bei Großspielfeldern lohnt es sich, Angebote von Firmen einzuholen, die eine professionelle Kunstrasenpflege anbieten und die entsprechenden Pflegemaschinen einsetzen.

Kunstrasenpflege Maschinen

Auch die Kosten für Kunstrasenpflege Maschinen sollten bereits frühzeitig eingeplant und entsprechend kalkuliert werden. Unterschiedliche Maschinen können verschiedene Funktionen rund um die Unterhaltspflege übernehmen. Oftmals lohnt es sich wenige Maschinen mit vielen Funktionen anzuschaffen anstatt einen Fuhrpark mit vielen einzelnen Geräten. Auch im Bereich der Pflegemaschinen können Geräte für die regelmäßige Pflege und für die fortgeschrittene Pflege unterschieden werden. Maschinen für die regelmäßige Pflege sollten im Besitz des Vereins sein und vom Platzwart oder von einem geschulten Vereinsmitglied bedient werden können.

In der folgenden Übersicht haben wir die Maschinen für die Kunstrasenpflege aufgeführt:

  • Anhängegeräte zur Befestigung an einen kommunalen Traktor oder an einen Quad
  • Aufsitzmaschinen für die regelmäßige Pflege
  • Schiebemaschinen für Kunstrasenplätze
  • Anhängemaschinen für diverse Pflegearbeiten
  • Aufsitzmaschinen für die fortgeschrittene Pflege
  • Mehrzweckgeräte und Komplettlösungen

Was kosten Kunstrasen Pflegemaschinen?

Die Kosten für die entsprechenden Geräte reichen von ca. 6.000 Euro für ein Anhängegerät mit Radantrieb bis hin zu Maschinen als Komplettlösung, die eher von Fachfirmen und spezialisierten Sportplatzbauern für die Unterhaltspflege eingesetzt werden. Welche Maschine für welchen Verein die richtige Lösung ist, hängt von den Verantwortlichkeiten im Rahmen der Sportplatzpflege ab. Sofern die Kommune die Kunstrasenplätze der Stadt pflegt, reichen dem Verein einige wenige Geräte. Wird jedoch der Verein mit der Pflege betraut, kann sich die Anschaffung einer oder mehrerer spezialisierter Maschinen lohnen. Daneben spielen die Spielfeldgröße und die Verfüllung des Platzes eine wichtige Rolle. Kunstrasenplätze mit Kunstrasen Granulat müssen intensiver und mit unterschiedlichen Pflegegeräten bearbeitet werden als Spielfelder, die lediglich mit Quarzsand verfüllt sind.

Die Kosten rund um einen Fuhrpark für Vereine und Kommunen sollten bereits zu Beginn der Planungsphase kalkuliert und in die Gesamtkostenrechnung eingeplant werden.

WAS KOSTET EIN KUNSTRASENPLATZ?